Anna Halprin

Für Anna Halprin, Mitbegründerin des Tamalpa Life Art Process, kann jede Bewegung und alles Leben Tanz sein: „Breath made visible“ ist ihre Definition und so lautet auch der Titel ihres  bewegenden Filmportraits. In allen Phasen ihres Leben folgte sie der Vision, Leben und Kunst im Tanz wieder zu verbinden, eine in früheren Kulturen mit rituellen Tänzen und Gesängen gelebte Realität. Das bedeutet auch das „Jede/r ein/e Tänzer/in ein/e Künstler/in ist und keine besonderen künstlerischen Voraussetzungen nötig, um sich kreativ auszudrücken.

Anna Halprin sagt von sich, dass sie Ihr ganzes Leben getanzt hat und so wählte sie dies auch zum Beruf.  Bereits in ihrer künstlerischen Arbeit stellte sie fest, dass zwischen blockierten Lebensprozessen und blockierten künstlerischen Prozessen ein starker Zusammenhang besteht. Über eine eigene Krebserkrankung entdeckte sie, dass unser Körper ein Wissen hat, das sich über die Kunst mitteilen kann. Ein graues Gebilde in einem gemalten Selbstportrait war Auslöser für den Arztbesuch, der den Krebsbefund ergab.

In der Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung erlebte sie, dass ihr Körper über den kreativen Ausdruck Selbstheilungskräfte aktivieren konnte. Dies veränderte ihre Lebenseinstellung grundlegend: „Before I used life for my art, now I use art for my life.“(Früher lebte ich für die Kunst. Jetzt nutze ich die Kunst für mein Leben.)

Mit ihrer Tochter Daria, die bei dem bekannten Gestalttherapie Begründer Fritz Perls gelernt hat, entwickelten sie die Arbeitsweise weiter zum „Tamalpa Life Art Process“ (TLAP) und begründete das Tamalpa Institute, C.A. USA,

Kombiniert werden in fließenden Übergängen Tanzen (als Hauptausdrucksmittel) ,Malen und kreatives Schreiben mit der bewussten Wahrnehmung für die drei Ebenen des Bewusstseins.

Diese Arbeit basiert auf der Annahme, dass Lebensereignisse Eindrücke hinterlassen, die im Körper gespeichert werden. Bleiben sie unbewusst, kann dies zu Unausgeglichenheit und Konflikten führen. Wenn sie erforscht, bewusst und kreativ ausgedrückt werden, kann die Verbindung zwischen Körper, Geist und Gefühlen einen lebendigen Beitrag zur persönlichen Entwicklung (“artful development of self”) leisten, die Tür für eine weitere Ebene, die der Spiritualität, kann sich öffnen.  Es ist ein ganzheitlicher Ansatz für Gesundheit, Kunst und Kommunikation und in der Expressive Arts Therapy international anerkannt

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